News

Atemwegs- und Sekretmanagement

Im REHAB Basel findet im Juni 2023 ein zweitägiger Kurs rund um Atemwegs- und Sekretmanagement für Patienten und Patientinnen mit neurologischen Erkrankungen statt. Mehr Infos hier...



CAS in Ess-, Trink- und Schlucktherapie bei Kindern

27.09.2022 S.Ho.

Die Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich bietet einen 2-semestrigen Studiengang (11 Tage / 10 ECTS Credits) rund um  Diagnostik, Beratung und Therapie der Nahrungsaufnahme für Kinder ab Geburt. Ziel ist die Befähigung der Therapeutinnen bzw. der Therapeuten, die Familien in Fragen rund um die Nahrungsaufnahme kompetent zu beraten und die Kinder darin bestmöglich zu unterstützen. Mehr Informationen hier...



Buchbesprechung und -empfehlung

06.08.2022 H.Sch.

Schluckdiagnostik ist DIE Voraussetzung für eine effektive Schlucktherapie

 

Genau! Deshalb hat ein erfahrenes und kompetentes Duo bestehend aus Jochen Keller und Herbert F. Durwen das noch druckfrische Werk zur Schluckdiagnostik herausgegeben. Es besticht durch seinen umfassenden Überblick zu den aktuellen diagnostischen Möglichkeiten (mit besonderer Berücksichtigung der FEES) und ganz besonders durch den äusserst gelungen Praxisbezug mittels vieler Originalvideos, die zu den insgesamt 22 Kasuistiken online abrufbar sind.

Ein rundum gelungenes Werk, das nicht nur Berufseinsteigern wertvolle Grundlagen und Zusammenhänge zu vermitteln vermag, sondern auch erfahrenen Kolleginnen und Kollegen das eine oder andere Aha-Erlebnis bescheren kann. 

Mehr Infos und Blick ins Buch hier


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Save the date

21.07.2022 S.Ho.

Die Mitgliederversammlung der SGD, der multidisziplinären Schweizerischen Gesellschaft für Dysphagie, findet mit einem interessanten Vortragsprogramm statt am: 17. November 2022. Mehr Infos...



Schwerpunktthema "Logopädie auf der Intensivstation"

09.07.2022 H.Sch.

Die aktuelle Ausgabe FORUM LOGOPÄDIE des Schulz-Kirchner Verlags widmet sich dem Schwerpunktthema Intensivstation. Dabei werden die Rolle der Logopäd*in auf der Intensivstation, das Thema Dysphagie, das Trachealkanülenmanagement oder die Möglichkeit des Sprechens selbst bei beatmeten Patienten unter die Lupe genommen. Hans Schwegler hat sich die Ausgabe kritisch angeschaut...



Der Weg zurück...

30.05.2022 S. Ho.

Eindrücklich, einfühlsam und differenziert schildert die Autorin Helene Aecherli in der Frauenzeitschrift Annabelle den Weg der Rehabilitation eines Menschen, der unter (very) long Covid leidet... Der Artikel ist unter Mitarbeit der Leitung Logopädie in Nottwil, Sarah Stierli, entstanden. 



ESSD Kongress

17.05.2022 S. Ho.

Im September findet der Kongress der "Europäische Gesellschaft für Schluckstörungen ESSD" statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Hier geht's zum Programm...



Therapeutische Entscheidungsfindung zur Ernährung von aspirierenden Patienten

11.05.2022 S. Ho..

Lungenentzündung by BruceBlaus CC 4.0
Lungenentzündung by BruceBlaus CC 4.0

Das Forschungslabor für Schluckstörungen der Universität von New Mexico hat anhand von Fakten einen Rahmen für die Risikoabwägung bei der Arbeit mit Personen mit prandialer, also Dysphagie-assoziierter Aspiration  vorgeschlagen. 

 

Lesen Sie mehr zum B-O-L-U-S-System für die therapeutische Entscheidungsfindung bei Dysphagie hier...



Komplikationen nach Intubation oder Tracheotomie

26.04.2022 H.Sch.

© Hans Schwegler, Nottwil
© Hans Schwegler, Nottwil

Dass längere Intubationen schwerwiegende Folgen für die pharyngo-laryngealen Strukturen und Funktionen haben können, ist in der Literatur schon vielfach thematisiert worden. Ein neuer Artikel von ausgewiesenen Dysphagie-Experten aus England fasst die aktuelle Evidenz bestechend klar zusammen.


Intubationen (mit den in der Folge oft notwendigen Tracheotomien) sind verbunden mit einer hohen Prävalenz von laryngealen Verletzungen (57 – 83%), Dysphonien (um 80 %), Schmerzen (76%) und Dysphagien (49%). Häufigkeit und Schweregrad dieser Beeinträchtigungen hängen direkt mit der Intubationsdauer zusammen. Dies zeigte sich gerade auch bei den Covid-Betroffenen mit den oft langen Intubations- und Beatmungszeiten.

 

Die beiden Autoren betonen, dass pharyngo-laryngeale Verletzungen und Dysfunktionen auch heute noch oft unentdeckt und unbehandelt bleiben. Schwerwiegende Komplikationen wie misslingende Extubationen, Aspirationspneumonien aufgrund von Dysphagien, reduzierte Hustenfunktion mit Sekretverhalt können die Folgen sein. Es resultieren verzögerte Erholung der Betroffenen, längere Aufenthalte auf Intensivstationen, höhere Kosten bis hin zu erhöhter Mortalität.

 

Um solche teils schwerwiegende Komplikationen zu reduzieren, sollten nach Extubation endoskopische Kontrollen der betroffenen Strukturen sowie professionelle Diagnostik (und gegebenenfalls Therapien) der Stimm- und Schluckfunktion zwingend durchgeführt werden. Das bedingt den routinemässigen Einbezug von LogopädInnen auf der Intensivstation im Rahmen einer multiprofessionellen Zusammenarbeit. Schon bei tracheotomierten invasiv beatmeten Patientinnen und Patienten kann mittels Entcuffen der Trachealkanülen und dem Einsatz von Sprechventilen mit der Arbeit an Stimme und Schlucken sehr effektiv begonnen.

Link zum englischen Originalartikels hier

Der Artikel besticht durch seine Klarheit und durch die umfangreich verarbeitete aktuelle Literatur. Wer immer sich mit Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation beschäftigt oder Unterstützung braucht für die dringende Beachtung der genannten Problematik: Dieser Artikel liefert überzeugende Argumente. 

Literatur:

Wallace, S., & McGrath, B. A. (2021). Laryngeal complications after tracheal intubation and tracheostomy. BJA education, 21(7), 250–257. https://doi.org/10.1016/j.bjae.2021.02.005

© Hans Schwegler, Nottwil
© Hans Schwegler, Nottwil


Nestlé unterstützt internationale Sanktionen gegen Russland

04.04.2022 S.Ho.

Als Verantwortliche für die Inhalte unserer Homepage fühlen wir uns verpflichtet, die Aktivitäten von Nestlé im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg kritisch zu prüfen. Nestlé hat die Unternehmensaktivitäten in Russland aufgrund des Krieges mit der Ukraine neu organisiert. Es wird ausschliesslich der Handel mit lebensnotwendigen Produkte wie Säuglingsnahrung oder medizinischer Ernährung fortgesetzt. Allfällige Gewinne wird Nestlé an humanitäre Hilfsorganisationen weitergeben. Seit Ausbruch des Krieges spendete Nestlé in der Ukraine bereits Hunderte Tonnen an Lebensmitteln. Mehr...



F.O.T.T. online

16.02.2022 S.Ho.

Im 4. online stattfindenden FOTT-Symposium werden Themen wie clinical reasoning, aktuelle Studien oder die Verbindung von FOTT und fiberendoskopische Schluckuntersuchungen (FEES) thematisiert. 

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Von Patienten getestet!

15.02.2022 S.Ho.

Manche Menschen sind auch nach Spitalaustritt zuhause weiterhin auf eine modifizierte, feuchte oder gar pürierte Kost angewiesen. Bernd Ackermann, der Küchenleiter der Schweizerischen Epilepsie-Stiftung weiss, dass die richtige Ernährung nicht nur das Schlucken erleichtern sondern auch die Lebensqualität verbessern kann. Aus diesem Grund hat er ein Kochbuch mit Rezepten vom Frühstück bis zum Nachtessen geschrieben. Hier gibt's einen Blick ins Buch.

Übrigens wurden die Rezepte bereits von Patienten getestet und haben grosses Lob erhalten!

Das Buch ist überall, wo es Bücher gibt, erhältlich. 



Zu wenig Zeit zum Recherchieren?

16.01.2022 S.Ho.

Sarah Ackermann übernimmt Recherche-Arbeiten
Sarah Ackermann übernimmt Recherche-Arbeiten

Um all die aktuellen Studien, Publikationen oder neu erschienenen Bücher zu lesen, fehlt im klinischen Alltag häufig die Zeit. Logo Update bietet hier ein Angebot, um trotz knappen, zeitlichen Ressourcen evidenzbasiert arbeiten zu können. Hinter dem Recherche-Service auf Wunsch steckt Sarah Ackermann. Sie bietet individuelle Recherchen zu Themen oder Fragen aus dem Alltag an. Mehr zu ihrem Angebot und ihrem Hintergrund hier...



Ist die pharyngeale Phase willkürlich modulierbar?

21.12.2021 H.Sch

pharyngeale Phase, Bild: S.Ho
pharyngeale Phase, Bild: S.Ho

Schlucken ist ein hochkomplexer, aber zugleich äusserst spannender Vorgang. Das wissen wir alle aus unserer täglichen Arbeit. Die Forschung zeigt uns immer wieder neue Erkenntnisse, die für unsere Arbeit mit den Dysphagiepatientinnen und -patienten wichtig sein können. Eine solche Arbeit stammt von Dr. Katharina Winiker. Sie stellt darin die Frage, ob und inwieweit das pharyngeale Schlucken willentlich verändert werden kann. Für unsere therapeutische Arbeit ist dies eine sehr zentrale Frage. Der interessante Artikel ist hier zu finden.   

Katharina Winiker hat selber einige Jahre als Dysphagietherapeutin gearbeitet, bevor sie in Neuseeland bei Prof. Maggie-Lee Huckabee erfolgreich promoviert hat. Heute arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Schweizer Hochschule für Logopädie in Rorschach. 



Hyoid-Bewegung: Quo vadis?

13.03.2021

© Tabea Holzgang (2021)
© Tabea Holzgang (2021)

In englischen Artikeln findet man Begriffe wie:

hyoid bone displacement, hyoid excursion, hyoid elevation oder hyoid movement. 

In deutschen Büchern oder Artikeln sind Ausdrücke wie Hyoid-Verlagerung, Hyoid-Exkursion, Hyoid-Elevation oder Hyoid-Bewegung zu finden. 

 


Dabei ist zu beachten, dass die Begriffe wie Elevation und Exkursion nicht synonym zu verwenden sind, sondern die Elevation bezieht sich ausschliesslich auf die Hebung nach oben. Wenn die physiologische Auslenkung des Zungenbeins, die eine schräg nach oben und nach vorne Verlagerung des Hyoids beinhaltet, gemeint ist, dann ist der Begriff der Hyoid-Elevation nicht angebracht. Sowohl die passive Umlegung der Epiglottis wie auch das Aufziehen des oberen Speiseröhren-Sphinkters würde durch eine ausschliessliche Hebung des Hyoid und Hyoid-/Larnyx-Komplexes (also bei fehlendem Zug nach vorne) nicht ausreichend funktionieren.

Damit der Schluckakt normal ablaufen kann, braucht es sowohl Kontraktion von Muskelfasern, die den Hyoid-Komplex nach oben und gleichzeitig Fasern, die nach vorn ziehen.

Die physiologische Auslenkung nach vorwärts-aufwärts erfolgt durch:

 

Vorwärtszug 

  • M. digastricus (anteriorer Anteil) innerviert durch HN V
  • M. geniohyoideus innerviert durch Ansa cervicalis profunda C1 und C2
  • M. mylohyoideus innerviert durch HN V

Aufwärtszug = Hebung = Elevation

  • M. digastricus (posteriorer Anteil) innerviert durch HN VII
  • M. stylohyoideus innerviert durch HN VII

Das Zusammenspiel der kurzen Muskelfasern im Mundboden und der langen Fasern vom Hyoid zur Schädelbasis ist sowohl diagnostisch wie auch therapeutisch relevant! In diesem Sinne sind die oben genannten Begriffe differenziert und keineswegs synonym zu verwenden.


Fragen und Antworten rund um Dysphagie

24. Februar 2021

Was wir immer schon wissen wollten rund um Diagnostik und Therapie hat das Team von Ulrike Frank, Petra Pluschinski, Andrea Hofmeyer und Stefanie Duchac in Zusammenarbeit mit weiteren Dysphagie-Spezialistinnen zusammengetragen. Aus der Schweiz haben Meike Brockmann, Sabina Hotzenköcherle und Hans Schwegler mit Ihrem Wissen beigetragen. Erscheinungstermin: 16.03.2021

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Sprechen und Schlucken bei invasiver Beatmung

9. Dezember 2020

Vom 2.–4. Dezember 2020 hat der Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI online mit mehr als 4000 Teilnehmenden stattgefunden.

Es fanden Parallelveranstaltungen in 14 virtuellen Räumen statt. Die Vorträge sind bei entsprechender Anmeldung bis Dezember 2021 abrufbar.

Hans Schwegler hatte die Gelegenheit, an diesem bedeutenden Kongress einen Beitrag zum Thema «Sprechen und Schlucken bei invasiver Beatmung» zu halten. Es freut uns, dass das Thema in immer breiteren Kreisen Beachtung findet, so dass die beatmeten Patientinnen und Patienten mehr Lebensqualität erreichen können. Das Thema ist gerade für COVID-19-Patienten aktuell!

 

Über Bemerkungen oder Anregungen freuen wir uns: Kontaktformular 

 


Vortrag Teil I

Vortrag Teil II


Erfahrungen mit Post-Covid-Patienten

Im «Journal of Rehabilitation Medicine» ist ein Artikel veröffentlicht worden über die Behandlung von Post-Covid-Patienten im Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil. Darin wird aufgezeigt, dass es auch unter erschwerten pulmonalen und hygiene-technischen Bedingungen möglich ist, beatmungskompatible Sprechventile bei Tracheotomieren erfolgreich einzusetzen. 


Gerade bei isolierten Patientinnen und Patienten, die neben der Unmöglichkeit zur mündlichen Kommunikation aufgrund der invasiven Beatmungssituation zusätzlich unter Kontakteinschränkungen zu ihren Angehörigen leiden, ist der Einsatz von beatmungskompatiblen Sprechventilen zur zeitlich begrenzten Herstellung der mündlichen Kommunikation evident wichtig. Damit kann nicht nur die psychische Situation für die Betroffenen verbessert werden, die Wiederherstellung des Ausatemluftstromes über die oberen Atemwege bietet auch entscheidende Vorteile für das Schlucken und kann zur Verkürzung der Weaningzeit beitragen. 

Link zum Artikel:  Stierli S. et al. Insights from an interprofessional post-Covid-19 rehabilitation unit: a speech and language therapy and respiratory medicine perspective. J Rehabil Med 2020; 52: jrm00100

 

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Volltext des open access-Artikels
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Ist pürierte Kost für Demenzpatienten das Richtige?

Physiotherapeuten rehabilitieren Patienten mit Demenz, wenn sie Probleme beim Gehen zeigen. Ergotherapeutinnen rehabilitieren Patienten mit Demenz, wenn sie Schwierigkeiten mit Aktivitäten des täglichen Lebens zeigen (Ciro et al., 2014). Und was tun Sprachtherapeuten bei Dysphagie von dementen Menschen? Lesen Sie mehr...



Webinar zu IDDSI in Deutsch

Die International Dysphagia Diet Standardisation Initiative (IDDSI) verfolgt das Ziel standardisierte Definitionen und global einheitliche Terminologien für textur-modifizierte Speisen und Getränke in der Behandlung von PatientInnen mit Schluckstörungen zu etablieren. Hier kann das Webinar nachträglich angeschaut werden. 

 




Dysphagie in der Corona-Krise

intubierter, beatmeter Patient
intubierter, beatmeter Patient

Dass Intubationen, die sich über mehrere Tage hinziehen, die Schluckfunktion negativ beeinflussen, ist mittlerweile durch eine Vielzahl von Studien überzeugend belegt.

Was ist im Zusammenhang mit Beatmung von COVID-19-Erkrankten zu beachten? Lesen Sie weiter...



Trinkbecher mit vielen Optionen

Das junge Start-up iuvas medical GmbH aus München hat eine Trinkhilfe entwickelt, die das Trinken von Flüssigkeiten verschiedener Konsistenzen und Temperatur mit konstant abwärtsgeneigtem Kinn ermöglicht.

Patienten mit Bewegungseinschränkungen, einem verzögerten Schluckreflex oder einer unzureichenden Boluskontrolle profitieren oftmals von der Kompensationstechnik „Chin-down“. Denn die Trinkhilfe sippa ermöglicht es Betroffenen, zu trinken ohne dabei den Kopf in den Nacken legen zu müssen. Das Herzstück der Erfindung ist eine elastische Membran, die dem Absinken des Flüssigkeitspegels entgegenwirkt. Dadurch braucht der Betroffene selbst bei wenig Inhalt im Glas den Kopf nicht nach hinten zu kippen, sondern kann jederzeit wie aus einem vollen gefüllten Glas trinken.

 

Das glasähnliche, alltagsnahe Design führt bei vielen Anwendern zu einer guten Akzeptanz. Durch das modulare System kann die Trinkhilfe den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen angepasst werden. So können optional ein- oder beidseitig Griffe befestigt werden. Eine Verschlusskappe mit ergonomischer Öffnung ermöglicht eine dosierte Abgabe der Flüssigkeit. Das darin eingebaute Ventil verhindert ein Auslaufen beim Umkippen des Bechers.

Erste Praxistests zeigten, dass die Handhabung des Bechers sowohl für Patienten, die selbständig trinken können, aber auch für Personen, die Getränke anreichen, angenehm ist: Der konstante Pegel der Flüssigkeit, die gleichbleibende Fliessgeschwindigkeit und die einfache Dosierung werden von Patienten oder Hilfspersonen als hilfreich empfunden.

 

Alle Teile können problemlos in der Spülmaschine gereinigt und wiederverwendet werden. Die elastische Membran verliert allerdings bei wiederholter Verwendung an Spannkraft, so dass kleine Mengen Flüssigkeit im Becher zurückbleiben. Im häuslichen Umfeld wird empfohlen, die Membran nach 10 Tagen zu ersetzen, in Kliniken täglich. Die Kostenübernahme des Bechers und der Membrane durch die Krankenkassen ist bisher noch nicht geklärt.

 

Da der Becher sippa mit dem modularen Aufbau verschiedene Vorteile bietet, sollte der Becher bei Dysphagie-Patienten unterschiedlicher Grunderkrankungen als Option zur Verminderung des Aspirationsrisikos unbedingt geprüft werden. Der individuelle Einsatz von Hilfsmitteln ist ein wichtiger Bestandteil einer ursachengerechten Dysphagietherapie und wird in der Regeln gemäss den Resultaten der diagnostischen Schritte ausgewählt und empfohlen.

 

Der Sippa-Becher ist in der Schweiz bei reha Spezialgeschirr erhältlich. 




überarbeitete Auflage Trachealkanülenmanagement

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Das von Hans Schwegler verfasste Buch mit dem Titel "Trachealkanülenmanagement" ist in einer dritten, überarbeiteten Auflage und mit einem neuem Untertitel: "In sicheren Schritten Richtung Dekanülierung" erschienen. Der im Buch integrierte Algorithmus zum Trachealkanülen-Management wurde weiterentwickelt und differenzierter ausgestaltet.

 

Das Buch richtet sich an Ärzte sowie Therapie- und Pflegekräfte, die mit tracheotomierten Patienten arbeiten oder sich in das Thema einarbeiten wollten. Im ersten Teil werden Grundlagen vorgestellt wie: Interdisziplinarität, Tracheotomie, verschiedene Trachealkanülen und ihre Indikationen, Zubehör zu Trachealkanülen. Im zweiten Teil wird das Trachealkanülen-Management sowohl bei spontan atmenden wie auch bei invasiv beatmeten Patienten anhand eines Algorithmus schrittweise und detailliert besprochen. Ziel ist es, den Betroffenen möglichst früh viel Lebensqualität in den Bereichen Sprechen und Schlucken zurückzugeben und gleichzeitig Komplikationen und Verzögerungen zu vermeiden. 

 

Etliche neue Patientenbeispiele runden die Inhalte des Buches ab und heben anschaulich verschiedene Aspekte der komplexen Zusammenhänge der Thematik hervor.

 

Bas Buch kann direkt beim Verlag oder über den Buchhandel bezogen werden.



Evidenzlage zu Diätmodifikation

Dysphagia Cafe in den USA hat einen anregenden Blog über die gängige Praxis von Pürieren von Nahrungsmitteln oder Eindicken von Flüssigkeiten geschrieben. Wie sieht es mit der Evidenzlage aus? Lesen Sie weiter, wir haben den englischen Artikel für Sie übersetzt...



Nationale Übersicht über die Standard-Behandlung von Dysphagiepatienten auf Schweizer Intensivstationen

Intensivstation  CC-BY-SA-3.0  autor: Calleamanecer
Intensivstation CC-BY-SA-3.0 autor: Calleamanecer

Das Team des Berner Inselspitals hat eine Übersichtsarbeit geschrieben, wie und wer auf Schweizer Intensivstationen ein Dysphagie-Screening durchführt und welche Massnahmen danach in die Wege geleitet werden. Die Arbeit ist frei zugänglich --> hier.

Die Autoren kommen zum Schluss, dass  vielerorts ein Bewusstsein für Dysphagie vorhanden sei, aber dass die Ausbildungs- Curricula weiter verbessert werden sollten.

 

Erstaunlich, dass vielerorts die Bestätigung einer Dysphagie ausschliesslich klinisch durchgeführt wird, auch wenn die Forschung längst nachgewiesen hat, dass für eine sichere Diagnosestellung ein Blick ins Innere des Halses notwendig ist! Nach wie vor werden NPO (nil per os) und Diätmodifikation als gängige Therapie bei Diagnose einer Dysphagie empfohlen, obwohl neben den adaptierenden Massnahmen auch kompensatorische und längerfristig restituierende Möglichkeiten eine sichere Nahrungs- und Getränkeaufnahme ermöglichen können. 



Verschlechtern nasogastrale Sonden das Schlucken?

Eine neue Studie von Wang (Wang, Chen, & Ni, 2019) über die Auswirkungen von Nasogastralsonden auf die Schluckfunktion von älteren Dysphagiepatienten zeigt interessante Ergebnisse.Untersucht wurde die Schluckfunktion bei Schlaganfall-Patienten, die aufgrund ihrer Dysphagie länger als zwei Monate über eine nasogastrale Sonde ernährt wurden. Eine Videofluoroskopie vor und 5 Stunden nach der Entfernung der Sonde wurde durchgeführt. Dabei wurde Flüssigkeit nach IDDSI Score 0 und breiige Konsistenz nach IDDSI Score 3 je dreimal in 5ml-Boli getestet. 


Die Resultate zeigten eine deutliche Verbesserung des Schluckens nach der Entfernung der Nasogastralsonde. Der Gesamtpunktzahl des FDS (functional dysphagia scale) verbesserte sich bei Flüssigkeit von 12 auf 28, bei breiiger Konsistenz von 14 auf 30. Die pharyngeale Transitzeit pro Bolus verringerte sich signifikant für beide Konsistenzen, ebenso die Residuen in den Valleculae und in den Sinus Piriformes. Eine signifikante Verbesserung zeigte sich auch in der Reduktion der PAS (Penetrations-/Aspirations-Skala). Die endoskopische Kontrolle ergab bei drei Viertel der Testpersonen pharyngeale oder laryngeale Ödeme unterschiedlichen Ausmasses.

 

Die Autoren erklären die negativen Auswirkungen der Sonden auf das Schlucken unter anderem mit der behinderten Abkippung der Epiglottis, den ödematösen Veränderungen, den durch die Hälfte der Patienten beschriebenen Schluckschmerzen, der Beeinträchtigung der pharyngealen Sensibilität und der dadurch veränderten, pharyngealen Kontraktion.

 

Dass sich die Resultate von anderen Studienergebnissen unterscheiden, liegt daran, dass die Vergleichs-Videofluoroskopie in der zitierten Studie erst 5 Stunden nach Entfernung der Sonde durchgeführt wurde, um den betroffenen Strukturen Erholungszeit zu gewähren.

 

SCHLUSSFOLGERUNG: „Unsere Ergebnisse zeigen klar negative Auswirkungen von Nasogastralsonden auf die Schluckfunktion, vor allem auf die pharyngeale Phase. Die Nasogastralsonde sollte so früh als möglich gezogen werden, sobald Aspirationen in der Videofluoroskopie (oder FEES – Anmerkung des Autors) nicht mehr beobachtet werden.“

 

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Originalartikel hier.

 

Wang, Z. Y., Chen, J. M., & Ni, G. X. (2019). Effect of an indwelling nasogastric tube on swallowing function in elderly post-stroke dysphagia patients with long-term nasal feeding. BMC Neurol, 19(1), 83. doi:10.1186/s12883-019-1314-6


Dysphagietherapie in palliativer Situation

In palliativen Situationen steht in der Dysphagietherapie nicht die Erholung im Zentrum, sondern eine Linderung der Symptome, um grösstmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Nicole Bruggisser hat in einem Gastartikel Möglichkeiten und Grenzen der Dysphagietherapie im palliativen Team zusammengestellt. 



Ernährungsstörungen und Dysphagie bei Demenz

Die Betreuung von dementen Personen mit Dysphagie und/oder Ernährungsstörungen erfordert viel Wissen. Nicole Bruggisser hat in einem Gastartikel Interessantes und Wissenswertes zusammengefasst. 

Sie hat sich während des Studiums an der Universität Newcastle auf den Bereich Dysphagie konzentriert.  Seit 1998 ist sie am Kantonsspital Baden mit akutstationären und ambulanten Patienten mit neurologischen und ORL-bedingten Schluck-, Sprach- und Stimmstörungen tätig und leitet die Abteilung Logopädie. 

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